12.11.2007 - Tierschutz-Polizei
12.11.2007, MOPO
HAUPTKOMMISSARIN TILLMANN
Einsatz für gequälte Tiere
Wasserschutzpolizei bearbeitet bis zu 140 Fälle jährlich
SASCHA BALASKO
Hätte man die Rottweiler-Hündin zwei Tage eher gefunden, sie hätte vielleicht überlebt. In der verlassenen Fuhlsbütteler Wohnung liegen Fotos des Tieres, aufgenommen in besseren Zeiten.
Sie zeigen ein gesunden kräftiges Weibchen, etwa 40 Kilogramm schwer. Doch der Anblick, der sich nun den Polizisten bietet, ist erschütternd. Das Tier ist ausgemergelt, wiegt gerade mal zwölf Kilogramm. Es verhungerte qualvoll - über Wochen.
Einer von mehr als 140 Fällen, den Kriminalhauptkommissarin Susanne Tillmann (49) mit zwei weiteren Kollegen im Jahr bearbeitet. Ihre Fachdienststelle bei der Wasserschutzpolizei ist die Mordkommission für Tiere.
Hier werden Fälle von verwahrlosten, gequälten und getöteten Tieren bearbeitet. Die häufigste Aussage von Tätern, die Tillmann bei ihren Ermittlungen zu hören bekommt, ist: "Das ist doch nur ein Tier."
Die Motive für Tierquälerei sind vielfältig. Es geht um Macht, Menschen fühlen sich überfordert oder wollen sich sexuell befriedigen.
Manchmal sind die Menschen auch nur gedankenlos. Etwa Angler, die Fische nicht fachgerecht töten. Auch das ist strafbar, weil sie ihnen "unnötige Schmerzen zufügen". Wie ihre Kollegen von der Mordkommission ist auch Susanne Tillmann auf medizinische Gutachten angewiesen.
Die werden im Hygieneinstitut erstellt. Damit konnte sie einem Mann nachweisen, dass er seine Katze getötet hat. Die Obduktion ergab, dass es keineswegs ein Unfall war wie behauptet. Er schlug ihr den Schädel ein.
Susanne Tillmann fragt sich dann immer, warum solche Menschen ihre Tiere nicht einfach im Tierheim abgeben. "Ein Tier bedeutet eben Verantwortung. Und das sollte jeder wissen, bevor er sich eins zulegt."
Zitat:
"Hartgesottene Täter sagen oft, es sei doch nur ein Tier"
Hauptkommissarin Tillmann
