13.06.2008 - Spanien: Ring der Russenmafia zerschlagen

13.06.2008, Süddeutsche Zeitung
Große Razzia in Spanien
Ring der Russenmafia zerschlagen

Bei einer großangelegten Razzia gegen eine russische Mafiabande hat die spanische Polizei mindestens 18 Verdächtige festgenommen.

Die Polizei in Spanien hat nach eigenem Bekunden "die bedeutendste Russenmafia der Welt zerschlagen". 18 führende Köpfe der Organisation Tambowskaja-Malischewskaja seien in Haft genommen worden, teilte die spanische Polizei mit.

Die mutmaßlichen Mafiabosse wohnten der Polizei zufolge in Spanien und sollen von da aus ihre kriminelle Aktivität in Russland, mehreren Staaten der EU und den USA organisiert haben.

Von Spanien aus hätten sie auch die Verbrechen der ihnen untergeordneten Mafiosi dirigiert, darunter Mord, Waffenschmuggel, Erpressung, Korruption, Kobalt- und Tabakschmuggel und Drogenhandel.

Der spanischen Justiz zufolge wurden die Einnahmen aus diesen Aktivitäten einer Geldwäsche bei "Schweizer Finanzinstituten und in Steuerparadiesen wie Zypern oder Lettland" unterzogen. Auch ein weitverzweigtes Netzwerk von Firmen sei dabei benutzt worden.

Aus Justizkreisen verlautete, dass es möglicherweise nicht bei den 18 Festnahmen bleiben werde. Der Madrider Ermittlungsrichter, Baltasar Garzon, hat 25 Haftbefehle ausgestellt.

Die Razzia erstreckte sich über das ganze Land, konzentrierte sich aber auf die südlichen Städte Marbella, Nerja, Málaga, Torrox, Palma de Mallorca, Javea, El Campello, Valencia sowie die Hauptstadt Madrid.

400 Polizisten an der Aktion beteiligt

Nach Angaben der Behörden waren mehr als 400 Polizisten im Einsatz.

An der seit Monaten geplanten Operation seien auch Geheimdienste
in Deutschland, der Schweiz und den USA beteiligt gewesen, verlautete aus spanischen Ermittlerkreisen.

Es war nicht der erste Großeinsatz gegen organisierte Kriminalität mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Die sogenannte Russenmafia ist im Süden Spaniens sehr präsent.

Bei der Aktion "Avispa" (Wespe) waren im Juni 2005 bereits rund dreißig Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion festgenommen worden, darunter 22 Mafiabosse aus Georgien.

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