21.06.2008 - Hund beim Arzt teurer als Mensch

21.06.2008, BILD Online
Medizin-Irrsinn in Deutschland

Hund beim Arzt teurer als Mensch Von JAN BOCKHOLT

Unglaublich! In Deutschland sind Tiere bessere Patienten als Menschen!

Während Kassenärzte ihre Patienten mit immer schmaleren Budgets behandeln müssen, können Tierärzte für die Vierbeiner saftige Honorare kassieren.

Berlin, Prenzlauer Berg: Wenn dem 14 Wochen alten Spitz-Mischlingswelpen Elmo Blut abgenommen wird, berechnet die Tierärztin Dr. Elke Zierold (50) 5,72 Euro.

Bei seinem Frauchen Sabrina Elsässer (27) darf Hausärztin Judit Bahjat (47) zwei Straßen weiter nichts berechnen – das gehört zur Pauschalleistung einer medizinischen Beratung.

Wenn dem kleinen Elmo gar ein Hauttumor entfernt würde, wären 103 Euro fällig. Für Frauchen Sabrina könnte Judith Bahjat nur schlappe 19,80 Euro abrechnen.

„Ich würde keinem Kollegen raten, heute noch eine kassenärztliche Praxis aufzumachen oder zu übernehmen“, sagt Martin Grauduszus (49), Präsident der Freien Ärzteschaft und niedergelassener Arzt in Erkrath bei Düsseldorf.

„Vieles können wir nur noch über Pauschalen abrechnen und da ist kostendeckendes Arbeiten fast unmöglich.“

So klagen viele Ärzte, die ihre Patienten angemessen versorgen wollen, aber gleichzeitig
Praxis sichern müssen.

„Häufig geht das nur, wenn der Arzt noch andere Einnahmequellen hat, etwa Zusatzleistungen anbietet“, sagt Grauduszus.

Der Ärzte-Präsident: „Heute ist es auf jeden Fall lukrativer, sich als Tierarzt niederzulassen, als eine kassenärztliche Praxis aufzumachen.“

Tierärztin Dr. Elke Zierold (50) sieht es etwas anders. „Unsere Praxen sind viel breiter aufgestellt. Wir haben Röntgengeräte, müssen endoskopische und zahnmedizinische Eingriffe machen.

Selbst wenn die Praxis gut läuft, wird kaum ein Kollege so viel verdienen wie etwa ein Chirurg oder Zahnarzt.“

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