14.05.2008, e-mail an leinenlos,org
Hundehass und -paranoia in Berlin
Message:
ich bin genervt von der Hundeparanoia in Berlin, die zunehmend dazu führt, daß ich in der Öffentlichkeit regelmäßig angepöbelt werde (eigenartigerweise nur von Männern) - nur, weil ich einen Hund mit mir führe.
In der Vergangenheit habe ich Aufklärungsarbeit geleistet, etwa in der Art:
- Sie brauchen keine Angst zu haben, mein Hund ist sehr gut erzogen und sozialverträglich!
- Sie müssen wissen, daß Hündinnen, wenn sie sich in bestimmter Weise hinhocken nur Urin absetzen. Es gibt also keinen Kot, den ich wegräumen könnte....usw
Inzwischen habe ich richtig Streß, wenn ich mit meinem Hund aus der Haustür hinaustrete. Das Problem ist zusätzlich, daß ich vor meiner Haustür sehr viel nichtansässige Menschen treffe. Wieviele Menschen muß ich also noch aufklären?
Bei mir ist jedenfalls das Maß voll!
Am Sa wurde ich wieder angepöbelt und...habe diesmal zurückgepöbelt.
Eine weitere Hundebesitzerin wurde von diesem Menschen 2 Mal so stark geschlagen, daß sie zu Boden ging und blutete.
Desweiteren hat der Täter ohne Grund nach dem Hund getreten.
Natürlich Anzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung und Sachbeschädigung....
Im übrigen haben sich beide Hunde in dieser Situation korrekt und ruhig verhalten..kein Knurren oder Bellen oder Anspringen oder Biss, trotz der aggressiven Handlungen des Täters.
Ich möchte keinesfalls den bisherigen Bissopfern Verständnis und Gerechtigkeit absprechen, aber der gegenwärtige Zustand führt zu einer Diskriminierung von ordentlichen Hundehaltern mit gutausgebildeten Hunden.
Eine kleine Statistik für das Jahr 2007 aus Berlin:
839 Bissvorfälle bei 109.000 Hunden in Berlin, d.h. 0,77 Vorfälle auf 100 Hunde
Zum Vergleich: Kriminalstatistik Berlin für 2007
69.383 Rohheitsdelikte durch Menschen an Menschen, d.h. etwa 2 Vorfälle auf 100 Einwohner
Man sollte nun meinen, die Hundeverordnung in Berlin, so unintelligent, unwissenschaftlich und unkonstruktiv sie auch sein mag, hätte Ruhe in die Angelegenheit gebracht.
Aber im Gegenteil: Hundehasser fühlen sich bestätigt in
ihrer aggressiven Einstellung gegenüber Hunden und damit auch ihren Besitzern.
Am schlimmsten ist, daß mein Hund natürlich Aggressivität durch Menschen wahrnimmt und noch in der Lage ist, darauf zu vertrauen, daß ich die Dinge regeln kann...aber
bei körperlichen Übergriffen von Männern wäre ich genauso unterlegen.
Stattdessen bin ich jedesmal und erneut nach so einer Sache dabei, meinen Hund zu desensibilisieren ... dann suche ich mir einen netten fremden Menschen (findet man so auf die Schnelle nur noch unter Hundebesitzern), um den Hund mit einer positiven
Erfahrung auszustatten.
Was soll ich also tun?
A: Meinen Hund als Kampfhund ausbilden, wie es mir von der Tochter eines Polizisten (auch Hundehalterin) empfohlen wurde? Das möchte ich meiner Hündin und mir nicht
antun..
B: Bei jeder Pöbelei die Polizei rufen?
C: Verfassungsbeschwerde gegen die diskriminierende Hundeverordnung einreichen, um einfach mal die Dinge vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen und ein Zeichen in der
Öffentlichkeit zu erwirken? Wie leicht sich die Ordnungsmacht dem Bürger entziehen kann, haben wir ja an der letzten Klage gesehen.
D: Politische Entscheidungen erwirken? ... kaum möglich:.. keine Lobby für Hunde..
Hundebesitzer sind eine Minderheit..und natürlich die negative öffentliche Einstellung läßt auf Erfolglosigkeit schließen
Ich bin jetzt richtig sauer!
Als erstes ist mal eine Strafanzeige gegen das Grünflächenamt wegen Amtspflichtverletzung/Staatshaftung (keine sachgerechte Beräumung des Hundeauslaufgebiets) mit unmittelbarer Schädigung meines Vermögens (Unfall Hund-kausaler Zusammenhang, keine Subsidiarität, keine Mitschuld-Berliner Hundeverordnung hat mich de facto in das Hundeauslaufgebiet zwangsweise ausgegrenzt).
Und dann schau'n wir mal...
Mit freundlichen Grüßen
Petra M. mit Bella (White Canadian Herders Hound)
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