19.04.2008 - China: Menschenrechtler werfen Puma Ausbeutung vor

19.04.2008, SPIEGEL ONLINE
CHINESISCHE ZULIEFERER
Menschenrechtler werfen Puma Ausbeutung vor

Die Vorwürfe wiegen schwer - und sie sind geeignet, das bislang makellose Ansehen von Puma zu beschädigen: Eine Nichtregierungsorganisation wirft dem Herzogenauracher Sportartikel-Hersteller nach SPIEGEL-Informationen vor, seine Schuhe von Zulieferern fertigen zu lassen, die sich wie Sklavenhalter verhalten.

Hamburg - Das Unternehmen lasse Schuhe unter "schwerer Ausbeutung von Arbeitern" fertigen, behauptet China Labor Watch (CLW), eine in New York ansässige Nichtregierungsorganisation. In der Fabrik von Taiway, einem taiwanischen Puma-Zulieferer im südchinesischen Dongguan, würden Arbeiter gezwungen, Überstunden zu leisten, ohne angemessen dafür entlohnt zu werden. Statt der gesetzlichen acht Stunden müssten sie zehn bis zwölf Stunden arbeiten.

"Bei Taiway gibt es so etwas wie Gesetz und Ordnung nicht", kritisiert CLW in seinem jüngsten Bericht, der dem SPIEGEL vorliegt. Die Fabrikmanager würden es Arbeitern "sehr schwer" machen zu kündigen.

"Was die soziale Verantwortung betrifft, ist Puma die schlimmste Firma in der Branche", glaubt Li Qiang, Geschäftsführer von CLW.

In einem Schreiben an CLW nimmt Puma seinen Produzenten dagegen in Schutz.

Zwar räumt das Unternehmen ein, dass "weitverbreitete Überstunden eine Herausforderung bei Taiway" darstellten. Auch habe man Taiway mit Blick auf die Einhaltung des firmeneigenen Verhaltenskodex gegenüber dem Jahr 2006 im Rang herabgestuft.

Aber "im Allgemeinen" befolge der Zulieferer die Vorgaben, er zahle seinen Arbeitern den gesetzlichen Mindestlohn. Die "kritischen Aspekte" des CLW-Reports sind laut Puma "unbegründet oder größtenteils übertrieben".

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