15.01.2008, Abendblatt
Stade Stadt prüft
Im Zwielicht Neue Vorwürfe gegen Tierheim der Stadt Stade Stadt prüft jetzt die Bücher Missbrauchte Förderverein den guten Namen des Tierheimes? Besucher, die einen Hund gekauft haben, fühlen sich betrogen.
Von Rachel Wahba
Die Vorwürfe gegen die Leitung des Stader Tierheims erhärten sich. Wie berichtet hatte der FDP- Landtagsabgeordnete Thomas Schalski-Sehann der Heimleitung vorgeworfen, Tiere aus dem Ausland im städtischen Tierheim zu halten und zu vermitteln.
Im Tierheim Stade werden ausländische Hunde vermittelt, die vom "Förderverein für den Tierschutz in Stade und Umgebung" kommen. Diesen Verein hat Heimleiterin Heidi Henze gegründet.
Die Hunde werden für eine weit höhere Vermittlungsgebühr abgegeben, als die Stadt Stade für eigene Hunde verlangt. Tierheimbesucher werden in dem Glauben gelassen, ihnen werde ein Tierheim-Hund vermittelt.
Heidi Henze und ihr Vorgesetzter Matthias Hartlef, Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Stade, hatten die Vorwürfe vehement zurückgewiesen.
Jetzt aber legten Schalski-Sehann und die 1. Vorsitzende des Buxtehuder Tierschutzvereins "Bulli und Co.", Ingrid Hampe, einen Abgabevertrag vor, der am 11. November 2005 im Tierheim Stade-Hagen geschlossen worden war.
Regina Löschenkohl aus Buxtehude hatte damals einen Schäferhund-Collie-Mix für 150 Euro gekauft. Ihre Schwester, Angelika Timm, bestätigte jetzt gegenüber der Rundschau:
"Ich war dabei, als meine Schwester diesen Hund aus dem Tierheim holte. Uns wurde erzählt, die Hündin sei ein Straßenhund aus Rumänien."
Der Vertrag wurde zwar zwischen dem "Förderverein für den Tierschutz Stade und Umgebung" und Regina Löschenkohl abgeschlossen, aber der Hund wurde als "Tierheimhund" ausgegeben.
"Nach etwa zwei Jahren musste meine Schwester den Hund aus privaten Gründen wieder abgeben. Laut Vertrag durfte sie ihn nicht an Dritte weitergeben, also fuhr sie zum Stader Tierheim, um den Hund abzugeben. Dort nahm man ihn aber nicht zurück", so Timm.
Eine Nachfrage beim Stader Ordnungsamt ergab, dass das Tierheim für die Vermittlung eines Hundes 95 Euro verlangt. Wesentlich mehr als das hat auch die Familie Schulenburg aus dem Landkreis Stade im Stader Tierheim bezahlt.
Sandra Schulenburg: "Wir waren im August im Tierheim, weil wir einen Hund haben wollten. Wir gingen dort lange durch die Zwingeranlage, aber jeder Hund, den wir uns ausgeguckt hatten, war angeblich nichts für uns, bereits vermittelt oder nicht vermittelbar, hieß es.
Dann sahen wir die Hündin, die Balea hieß. Man sagte uns, der Hund komme aus einer rumänischen Tötungsstation, sei zu vermitteln und würde auch in eine Familie mit Kindern passen." Die Familie wurde aufgefordert, mindestens 200 Euro für den Hund zu spenden.
Schulenburg: "Für uns war klar, dass Buffy, wie die Hündin jetzt heißt, ein Hund aus dem Tierheim war, und niemand hat uns etwas anderes gesagt. Aber wir haben uns über den Preis gewundert."
Die Familie bekam einen "Tierheim Stade Besprechungsbogen/Hundevermittlung" und einen Gutschein für ein Geschäft für Tierbedarf mit.
Auf diesem Gutschein heißt es: "Wir freuen uns sehr, dass Sie sich entschieden haben einem Tier aus dem Tierheim Stade ein neues Zuhause zu geben."
Matthias Hartlef: "Die Hündin Balea gehörte zu den Welpen, die wir zwischenzeitlich vom Gnadenhof des Fördervereins im Austausch gegen unsere an Parvovirose erkrankten Hunde im Tierheim untergebracht hatten.
Dass es im Rahmen dieser Aktion zu Missverständnissen gekommen ist, ist sehr bedauerlich." Der Fall aus dem Jahr 2005 werde nun überprüft.
copyright © 2004 www.leinenlos.org Donnerstag, 20.November 2008