13.01.2008, WELT
Tierheim-Skandal
Das Chaos im Tierschutzverein geht weiter
Die erhitzten Stimmen sollen trotz verschlossener Saaltür im CCH zu hören gewesen sein:
Bei der ersten Mitgliederversammlung des Hamburger Tierschutzvereins nach Rücktritt von Ex-Vorstand Wolfgang Poggendorf am Samstag ging es turbulent zu.
Überraschender Höhepunkt der Veranstaltung war der geschlossene Rücktritt des erst am 28.Dezember letzten Jahres benannten neuen Vorstandes.
Das „System Poggendorf“, wie der Anwalt die Machtgefüge innerhalb des Vereins tituliert, habe seit jeher auf „besondere“ Zuwendungen basiert, um Gegner gefügig zu machen. „Die Fokussierung auf Poggendorf als alleiniger Sündenbock hinkt insofern, als dass schließlich der gesamte Vorstand stets seine zweifelhaften Entscheidungen mit getragen und mit gedeckt hat“, so Engelke.
So sollen etwa Mitarbeiter in den Genuss eines Dienstwagens gekommen sein oder hätten beim Kauf von Autos oder Grundstücken auffallend günstige Konditionen erhalten.
Der Anwalt warnt indes vor den Ausmaßen des Skandals: „Bei den jetzigen undurchsichtigen Verhältnissen setzt kein Menschen mehr Vertrauen in eine ordnungsgemäße Abwicklung des Spendengeschäfts.“
Das bedeute auch, dass sie wesentlichen Ertragsquellen des Vereins erschüttert werden. „Mitarbeiter werden sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssen.“
Er beantragte am Sonntag die Berufung eines Notvorstandes.
copyright © 2004 www.leinenlos.org Donnerstag, 20.November 2008