Offener Brief 29.09.2006

An die
Staatsanwaltschaft Hamburg
Gorch – Fock – Wall 15
20355 Hamburg

Hamburg, 29.09.2006

Offener Brief an die Staatsanwaltschaft und den Verfassungsschutz Hamburg - Betreff: Hundegesetz 2006

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin hauptberuflich Systemanalytiker und Systemtheoretiker.

Ich habe die Vernichtungs- und Verbannungsaktion von Hunden bestimmter Rassen und ihren Mischungen in Hamburg vom Jahr 2000 bis heute rekonstruiert (siehe Dokumentation „Hunde-Holocaust“, 251 Seiten).

Außerdem habe ich während des politischen Willensbildungsprozesses bei der Planung des Hundegesetzes im ersten Halbjahr 2005 festgestellt, dass aus systemischer Sicht der geplante Inhalt des Hundegesetzes gegen alle Erkenntnisse der Wissenschaft und gegen die gängige Rechtsprechung, und nach Ansicht von Rechtsexperten, auch gegen das Bundestierschutzgesetz verstößt. Das ist in einer demokratischen Kultur aus systemischer Sicht betrachtet, so nicht gewollt, weil das Wissen unserer Experten im Gesetz Einfluss finden soll.

Ich bin der Auffassung, dass Menschen mit einem autokratischen Charakter und/ oder einer autokratischen Lebenseinstellung renommierte Medien dazu missbraucht haben, die Öffentlichkeit mit dem Trugbild von der „Bestie Hund“ zu manipulieren.

Diese aus systemischer Sicht geschilderten Vorgänge und systemischer Verstöße gegen unsere demokratische Kultur sind in der Studie „Beißattacke“, 222 Seiten, dokumentiert.

Am Anfang des zweiten Halbjahres 2005 habe ich die Studie „Beißattacke“ den für die Planung des Hundegesetzes verantwortlichen Politikern, den gesellschaftlich relevanten Gruppen im Hundebereich und einigen Medien zugesendet.

Mein Ziel war es, den verantwortlichen Politikern eine wissenschaftlich fundierte und vollständige Informationssammlung zum Thema „Hund“ bereitzustellen.

Meine Hoffnung war, dass die Politiker auf Basis der in dieser Studie veröffentlichten Expertenmeinungen und Gerichturteile und der Darstellung, dass bestimmte Menschen das Trugbild „Bestie Hund“ propagieren, zu einer inhaltlichen Änderung des bis dahin geplanten Hundegesetzes kommen würde.

Aufgrund der Jahrzehnte langen Studien von Menschen mit einem autokratischen Charakter und autokratischen Verhaltensweisen weiß ich, welche Verhaltensweisen sie haben, wenn ihnen Informationen, wie z.B. eine Studie, zufließen, die ihren eigenen Zielen, Meinungen und Auffassungen widersprechen:

Ein autokratischer Mensch oder eine autokratische Subkultur ignoriert grundsätzlich andersartige Informationen.

Meiner Erkenntnis nach nutzen moderne Autokraten unsere angesehenen Parteien, Medien, Behörden, Vereine, Kammern usw., um in einem demokratischen Tarnmantel Zug um Zug demokratisches Kulturgut wie Volksentscheide, Volksbegehren, weitere Demokratisierung des Wahlrechts, kostenlose Bildung, Schutz von Eigentum, Unverletzbarkeit der Wohnung usw. in sehr subtiler Form und von der Öffentlichkeit kaum wahrzunehmen, in autokratisches Kulturgut zu verwandeln..

Aus diesem Grund habe ich unsere demokratischen Möglichkeiten, die ein Bürger hat, um Einfluss auf seine Abgeordneten zu nehmen, genutzt und habe versucht mit „Offenen Briefen“ mit Politikern in der Hamburger Bürgerschaft zu kommunizieren.

Ich konnte mir, mit Ausnahme eines Gesprächs mit Herrn Neumann von der SPD, keinerlei Gehör verschaffen.

Ich hatte keine andere Erwartungshaltung, aber genauso wenig inhaltliche Beachtung fanden die Hundelobby e.V., die Tierärztekammer Hamburg, der Bundesverband praktizierender Tierärzte, der größte Züchterverband Deutschlands, der VDH, der Bundestierschutzverein, u.v.a.m. und zahlreiche Hundeexperten aus der Praxis. Das fand ich beachtlich!

Das Hamburger Hundgesetz hat zudem wesentliche Inhalte aus der Hundeverordnung 2000 übernommen, die zuvor vom Oberverwaltungsgericht Hamburg für „Null und nichtig“ erklärt wurde. Das hat mich sehr verwundert!

Diese Verhaltensweisen der verantwortlichen Politiker der Hamburger Bürgerschaft, die sich der Informationsaufnahme von außen verweigerten und in bemerkenswerter, seltsamer Geschlossenheit, partei-übergreifend, Schulter-an-Schulter gegen die Bürger und gesellschaftlichen Gruppen stellten, ist aus systemischer Sicht beurteilt, das typische Verhalten von autokratischen Subkulturen, die sich in unserer demokratischen Kultur eingenistet haben.

Solche autokratischen Subkulturen kämpfen jeden Tag mit Gewalt um Macht und Einfluss innerhalb dieser Subkultur. Wenn sich jedoch jemand dieser Subkultur von außen nähert, wird derjenige als „Gegner“ oder „Feind“ wahrgenommen, dem man geschlossen und zusammen gegenübertritt.

Die Dokumentation „Operation Beißattacke“ zeigt das aus systemischer Sicht autokratische Verhalten, diese seltsame Geschlossenheit der verantwortlichen Politiker, sehr deutlich auf („Operation Beißattacke“, 237 Seiten).

Meine Zusammenfassung der systemischen Standpunkte und Erkenntnisse über Autokratie : Demokratie finden Sie im Band „Krieg der Demokraten gegen Autokraten, 74 Seiten.

Alle genannten Dokumentationen sind in elektronischer Form auf der Webpage www leinenlos.org gespeichert und können von Ihnen von dort als pdf. Datei runtergeladen werden.

Außerdem finden Sie unter dem Menüpunkt „Hundegesetz aktuell“, die Ereignisse dokumentiert, die seit dem Beschluss des Hundegesetzes im Januar 2006 im Bereich „Umsetzung Hundegesetz“ ereignet haben.

Aus systemischer Sicht missbrauchen autokratische Menschen unseren Rechtsstaat, Ämter, politische Mandate, Medien usw., um mit Trugbildern von „Kampfhunden“ und der „Bestie Hund“ Hunderassen auszurotten, Hunde ohne vernünftigen Grund töten zu lassen, die Haltungsbedingungen für Hunde in Hamburg so zu verschlechtern, dass eine artgerechte Hundehaltung sehr eingeschränkt wird.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass ich bei einem Wasserrohrbruch in meiner Wohnung zuerst den Hauptwasserhahn zudrehen sollte, bevor ich mit dem Aufwischen des Wassers beginne.

Nach meinen Erkenntnissen ist es mit Autokraten ebenso. Autokraten werden und können nur autokratisch handeln. Wir gehen immer auf dem Rechtsweg gegen Produkte der Autokraten vor, in diesem Fall zuerst gegen die Hundeverordnung 2000, dann gegen das Hundegesetz 2006. Gegen dieses Gesetz hat sich eine Klägergemeinschaft gegründet. Dieselben Politiker verhalten sich aber bei allen Gesetzgebungsverfahren autokratisch. Als Beispiel ist das vom Volk begehrte neue Hamburger Wahlrecht zu nennen. Dort wird ein anderer Verein gegen das Produkt klagen.

Deswegen habe ich mit obigen Bänden die systemische Sicht autokratischer Prozessmuster dokumentiert, die so bei allen autokratischen Menschen ausgeführt werden, egal ob es sich um die Hundeverordnung 2000, das Hundegesetz 2006 oder andere Gesetze und Verordnungen handelt.

Autokraten bringen wiederholt beklagenswerte Verordnungen und Gesetze hervor. So sind wir ein Volk geworden, was in einem beklagenswerten Zustand ist!

Ein systemischer Grundsatz lautet: „Wo Demokratie abgebaut wird, wird Autokratie aufgebaut“.

Mein Problem ist nur, ich bin weder Verfassungsrechts- noch Strafrechtsexperte, ich weiß nicht wie diese Rechtsbereiche Autokraten und deren Verstöße gegen geltendes Recht definieren, bewerten und be- bzw. verurteilen. Vielleicht ist es von Rechtswegen ja vorgesehen, dass Politiker ihre persönlichen Meinungen in Gesetze fassen dürfen.

Ich möchte aus diesem Grund ausdrücklich betonen, dass das dokumentierte Verhalten bei der Hundegesetzgebung auf der einen Seite das reale Geschehen nach bestem Wissen und Gewissen wiedergibt, auf der anderen Seite aber von mir nach meinen systemischen Kriterien interpretiert und bewertet worden ist.

Aus den Menschenrechten leiten sich auch meine Menschenpflichten ab.

Ich sehe es als meine Pflicht an, wenn ich durch meine systemische Brille autokratische Verhaltensweisen interpretiere, diese sichtbar zu machen und denen zur Verfügung stelle, die unsere Verfassung und unseren Staat schützen, und das ist meiner Kenntnis nach der Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft.

Deswegen wende ich mich an Sie und stelle ihnen meine Systemanalysen zur Verfügung, damit Sie prüfen können, ob hier in Hamburg noch alles mit rechten Dingen zugeht.

Ich jedenfalls bin dieser praktizierten politischen und behördlichen Kultur einiger Politiker und Behördenmitarbeiter gegenüber zutiefst misstrauisch geworden, um es freundlich auszudrücken.

Warum ich mir die ganze Arbeit gemacht habe? Weil ich möchte, dass meine Kinder aus meiner Sicht betrachtet, eine demokratische Zukunft haben. Außerdem liebe ich Hunde!

Mit freundlichen Grüßen

Claus-Dieter Kraft

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