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23.06.2008 - Eltern fordern: Hunde weg von Spielplätzen

23.06.2008, Abendblatt
Eltern fordern:
Hamburg Bezirk Eimsbüttel Amt hebt Leinenzwang auf Eltern fordern: Hunde weg von Spielplätzen Der Innocentiapark steht für das Problem, dass Kinder und Hunde sich vielerorts Grünflächen teilen müssen. Politik will Hundegesetz überprüfen.

Von Ulrich Gaßdorf

Der Innocentiapark in Harvestehude ist ein Paradies für Kinder: Ein großer Spielplatz und die Wiese laden zum Toben ein. Doch die kleinen Besucher sind hier nicht alleine - auch gehorsamsgeprüfte Hunde dürfen in dieser Grünanlage frei herumlaufen. Das versetzt viele der Kinder, Erzieher und Eltern immer wieder in Angst: "Es ist unverantwortlich, dass Hunde in diesem Park ohne Leine laufen dürfen. Zum Spielplatz gibt es keine Abgrenzung, die Hunde laufen da immer wieder drüber", so Ute Ojiako. Die 39-Jährige ist Elternvertreterin im Kindergarten Brahmsallee und befürchtet: "Es muss wohl erst etwas passieren, bevor der Bezirk handelt."

Der Innocentiapark ist nur ein Beispiel für die Problematik, dass Kinder und Hunde sich in Hamburg vielerorts Grünflächen teilen müssen. Denn für die Vierbeiner, die den sogenannten Hundeführerschein bestanden haben (s. u.), haben die Bezirke großzügig Wege, Pfade und Grünflächen freigegeben. Diese liegen zum Teil direkt neben Spielplätzen. Für den SPD-Politiker Andreas Dressel steht fest: "Es darf nicht sein, dass Kinder durch Hunde aus den Grünanlagen vertrieben werden. Andererseits brauchen die Hunde ihren Auslauf." Die Politik werde in Kürze in der Bürgerschaft das Hundegesetz überprüfen und diskutieren. Dressel: "Wir werden prüfen, ob Freigabekompromiss sich in der Praxis bewährt hat oder nicht." Auch Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde, bestätigte dem Abendblatt: "Die Bürgerschaft wird sich auf Basis eines Berichts mit dem Hundegesetz befassen."

Dass dann auch der Innocentiapark zu Sprache kommt, wünschen sich die Betroffenen: "In diesen Park kommen täglich Hunderte Kinder zum Spielen. Da kann man doch nicht einfach die Leinenpflicht aufheben und die Hunde dazwischenmischen", kritisiert Bärbel Heins, Erzieherin in der Kita St. Nikolai am Kloster-stern. Das sieht Claudia Grothusen, Lehrerin an der Skandinavischen Schule, ähnlich: "Unsere Schüler spielen häufig auf dem Rasen. Parallel dazu laufen die Hunde dort frei herum." Die Problematik ist auch dem Bezirksamt Eimsbüttel bekannt: "Es gibt mehrere Beschwerden", bestätigt Fachamtsleiter Thomas Pröwrock und beteuert: "Die Freigabe dieses Parks ist eine Entscheidung der Politik, die wir nur umgesetzt haben." Bereits im Mai 2007 hatte der Kerngebietsausschuss (KGA) der Bezirksversammlung Eimsbüttel beschlossen, dass Hunde, die eine Gehorsamsprüfung abgelegt haben, künftig in dem Park ohne Leine laufen dürfen. Doch inzwischen kommen den Bezirkspolitikern Bedenken: "Das ist im Innocentiapark eine schwierige Situation. Es ist nicht gut, wenn Hunde auf dem Spielplatz frei herumlaufen", sagt die KGA-Vorsitzende Birgit von Klinggräff. In Kürze will das Amt einen Bericht über die Erfahrungen mit den Hundeauslaufflächen oder freigegebenen Parks geben. Klinggräff: "Dann wird auch der Innocentiapark Thema sein. Wir müssen darüber beraten, wie der Konflikt gelöst werden
kann."