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25.05.2007 - Siemens plante Gegengewerkschaft

25.05.2007, FOCUS
Korruption
Siemens plante Gegengewerkschaft

In der Siemens-Affäre hat der Anwalt des inhaftierten Wilhelm Schelsky erstmals erklärt, dass der Konzern durch Millionen an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) eine Gegengewerkschaft zur IG Metall aufbauen wollte.

„Der Deal bestand darin, eine weniger streikfreundliche Organisation zu schaffen“, sagte Verteidiger Jürgen Lubojanski zu FOCUS.

Schelsky war jahrelang AUB-Chef und soll nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Siemens zwischen 2001 und 2006 rund 35 Millionen Euro kassiert haben.

Vorstandsgehälter, Schmiergeld und Verurteilungen

Als Gegenleistung hat Schelsky laut seinem Anwalt die Arbeit der als arbeitgeberfreundlich geltenden AUB finanziert: „Das vereinbarte Ziel war, neben der IG Metall Pluralität zu schaffen und die AUB tariffähig zu machen, um mit ihr Tarifverträge auszuhandeln.

Es gab keine persönliche Bereicherung“, sagte Lubojanski zu FOCUS. Schelsky habe etwa Büros und Broschüren der AUB bezahlt, aber auch diverse Sportvereine in der Region gesponsert, um die Arbeitnehmertruppe bekannter zu machen.

Durch die Siemens-Gelder seien Betriebsräte weder begünstigt noch bestochen worden: „Einen solchen Einfluss gab es nicht“, so Lubojanski.

Mitte Februar war Schelsky verhaftet worden, dem die Staatsanwaltschaft Steuervergehen und Beihilfe zur Untreue vorwirft. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab.