Anklageschrift eingereicht
12.12.2006, WELT
Justiz - Anklageschrift im Tierheimskandal eingereicht
Nach zweijährigen Ermittlungen um mögliche Veruntreuungen im Tierheim Berlin hat die Berliner Staatsanwaltschaft eine hundert Seiten starke Anklageschrift beim Gericht eingereicht.
Das teilte der Präsident des Tierschutzvereins Berlin (TVB), Wolfgang Apel, jetzt auf der Jahresversammlung mit. Er bezog sich dabei auf die zuständige Staatsanwältin. In der Anklageschrift gegen vier ehemalige Führungskräfte des TVB und einen Steuerberater seien 303 Fälle aufgelistet.
Den Beschuldigten, die alle Vorwürfe zurückweisen, werden neben Veruntreuung auch Urkundenfälschung und Spendenmissbrauch zur Last gelegt. Apel sagte gestern: "Ich sehe die von mir seinerzeit geäußerten Verdachtsmomente bestätigt." Er hoffe, dass so schnell wie möglich Anklage erhoben wird und die Beschuldigten für den Schaden - von 220 000 Euro war bisher die Rede - zur Rechenschaft gezogen werden. Die Glaubwürdigkeit des seriösen Tierschutzes dürfe nicht auf der Strecke bleiben. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht.
Laut Apel hat der Tierschutzverein bereits zivilrechtliche Forderungen geltend gemacht. Einer der Beschuldigten habe schon etwa 50 000 Euro überwiesen, jedoch darauf verwiesen, dass damit keine Anerkenntnis einer Schuld verbunden sei.
rg
