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14.01.2008 - Interview mit Rechtsanwalt Engelke

14.01.2008, MOPO
INTERVIEW RECHTSANWALT FRIEDRICH ENGELKE
"500 Mitglieder sind ausgetreten"

SIMONE PAULS

Der Hamburger Tierschutzverein kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt des umstrittenden Chefs Wolfgang Poggendorf ist am Sonnabend auch der neue Vorstand zurückgetreten (siehe unten). Poggendorf-Kritiker Friedrich Engelke über "mafiöse Strukturen" und die Zukunft des Vereins.

MOPO: Der neue Vorstand ist am Sonnabend zurückgetreten ...

Friedrich Engelke: Sonnabend war ein guter Tag für den Tierschutz. Ich hoffe, dass wir nun einen sauberen Verein bekommen. Der neue Vorstand, der im Dezember eingesetzt worden war, bestand aus Poggendorfs Gefolgsleuten. Es hat also keinen Neuanfang gegeben. Das haben die Mitglieder erkannt und Druck gemacht.

MOPO: Wird nun endlich Ruhe im Verein einkehren?

Engelke: Das ist meine Hoffnung. Es wird jedoch noch ein wenig Aufregung geben - schließlich muss noch ein Notvorstand eingesetzt werden, um eine Neuwahl des Vorstands möglich zu machen.

MOPO: Wie bewerten Sie das, was sich unter der Führung von Herrn Poggendorf im Tierschutzverein zugetragen hat?

Engelke: Es wurde ein meines Erachtens mafiöses System installiert. Dies konnte man daran erkennen, dass Wolfgang Poggendorf mit Wissen des Gesamtvorstands eine umfängliche notarielle Vollmacht bekommen hat, die nach meiner Ansicht von ihm auch ausgenutzt wurde.

MOPO: Ist der Imageschaden, den der Verein erlitten hat, überhaupt wieder auszubügeln?

Engelke: Diesen Schaden wiedergutzumachen wird eine Aufgabe des neu zu wählenden Vorstands sein. In der Tat hat das Image sehr gelitten: Ich habe von Mitarbeitern erfahren, dass aufgrund der Ereignisse der vergangenen Monate dem Verein zwei Erbschaften entgangen sind und dass etwa 400 bis 500 Mitglieder ausgetreten sind.

MOPO: Wie geht es weiter?

Engelke: In den kommenden Tagen wird das Registergericht entscheiden, wer Notvorstand wird. Er wird die Geschäfte des Vereins führen und die Wahl des neuen Vorstands vorbereiten. Die Mitglieder entscheiden per Briefwahl. Bei optimistischen Schätzungen wird der Tierschutzverein in zwei bis drei Monaten einen neuen Vorstand haben.

Zitat:
"Das Image des Tierschutzvereins hat sehr gelitten" Friedrich Engelke