Sitz, Platz, Komm - ob du willst oder nicht!
Es gibt weder eine wissenschaftliche Arbeit noch eine Praxisexpertenmeinung, die einen Zusammenhang herstellen kann zwischen einer Beißattacke, gefährlichen Hunden und Gehorsamkeit von Hunden!
Gefährliche Hunde, also Hunde, die von Menschen misshandelt oder von Menschen auf Menschen abgerichtet werden (Waffe) gehorchen ihren Besitzern häufig aufs Wort. Wehe ihnen, wenn sie es nicht tun! Also wird die Gehorsamkeitsprüfung, wenn der Besitzer sie denn machen würde, keinen Beißunfall dieser Hunde verhindern.
Der 8-jährige Bernhardiner, der kürzlich eine 80jährige Frau an Gehstöcken gebissen hatte, vorher nie auffällig war und als Welpe mit Stöcken misshandelt wurde, hätte auch zugebissen, wenn er 150 zusätzliche Kommandos neben Sitz - Platz - Komm beherrschen würde.
Der kleine Zottel-Mischling bei Karstadt-Eppendorf, der von drei Kleinkindern misshandelt wurde und deswegen einer 4-jährigen, "die nur spielen wollte" ins Gesicht gebissen hat, vergisst jeden Befehl, wenn er gequält wird.
Das erklärte Ziel der Politiker ist, die Anzahl Beißattacken von Hunden zu senken und haben als Maßnahme eine Gehorsamkeitprüfung gesetzlich festgelegt.
Jeder Mensch mit einem gesunden Menschenverstand fragt sich natürlich, warum wollen die Politiker einen Baum (Senkung Anzahl Beißattacken) mit einem Hammer (Gehorsamkeitsprüfung) absägen?
Im Gegensatz zu vielen anderen halte ich Politiker im allgemeinen nicht für dumm, auch wenn sie sich in der Öffentlichkeit häufig so darstellen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, warum unsere Politiker einen Baum mit einem Hammer absägen wollen. Innerhalb der Bürgerschaft werden verschiedene Motive eine Rolle gespielt haben.
Die erste Absicht ist, das Einkommen für Hundeausbilder schwerpunktmäßig in Vereinen zu erhöhen, was natürlich mittelfristig keinen Sinn macht, weil der Hundebestand drastisch heruntergehen wird. Die Leinenfans unter den Hundehaltern sind sowieso keine Kunden der Hundeprüfer.
Es die Unbeirrbaren, die trotz besseren Wissens immer noch glauben, dass sie ihre psychischen Probleme mit Hunden durch eine Gehorsamkeitsprüfung der "Bürger mit Hund" mildern können.
Aber dann gibt es noch zwei Gruppen von Politikern, die wirklich für die Gesellschaft gefährlich sind, die ebenfalls eine Gehorsamkeitsprüfung wollen.
Die eine Gruppe handelt nach folgendem Denkmodell:
Die Politiker denken sich, jeder Mensch hat das Potenzial, um allgemeingefährlich zu werden, also stehen sie auf der sicheren Seite, wenn sie annehmen, dass JEDER Mensch potenziell allgemeingefährlich IST.
Das Problem mit der potenziellen Allgemeingefährlichkeit, so glauben die Politiker, bekommen sie in den Griff, wenn sie jeden einzelnen Menschen auf seine Allgemeingefährlichkeit hin überprüfen.
Sie wollen also wissen: Von welcher Wesensart ist ein Mensch. Wenn er von der Wesensart "allgemeingefährlich" ist, darf er keine Waffe in die Hand bekommen.
Die Politiker wissen, dass jeder Hund von allgemeingefährlichen "Bestien in Menschengestalt" zu einer Waffe umfunktioniert werden kann, genauso, wie sie ein Wasserrohr zu einem Schlagstock umfunktionieren können.
Was eine "Bstie in Menschengestalt" aus einem Hund machen kann, glauben sie im Fall "Volkan" gelernt zu haben, der von einem Hund im Jahr 2000 getötet wurde.
Du sollst den Politikern beweisen, dass du nicht in die Kategorie "Allgemeingefährlichkeit" einzuordnen bist und damit aus der potenziellen Waffe "Hund" tatsächlich eine Waffe machst.
Auf diese Art, so stellen sie sich vor, ist das generelle Sicherheitsrisiko "Beißattacke", das sie für Hamburgs Bürger erlogen haben, vom Tisch, bei gleichzeitiger Erhöhung der Haltungskosten, was einen Beitrag dazu leisten wird, den Hundebestand insgesamt zu reduzieren: Perfekt, denken sie!
Die Politiker überlegten fieberhaft, wie sie dein "Allgemeingefährlichkeit-Potenzial", was sie in dir unterstellen, testen können.
Alle Politiker wissen, dass es Tierquälerei ist, wenn ein Hund generell an der Leine geführt wird.
Durch die öffentliche Diskussion wissen auch die meisten "Bürger mit Hund" inzwischen, dass es Hundequälerei ist, wenn sie ihr Tier generell an der Leine führen (Es gibt gut begründete Ausnahmen, die es rechtfertigen, einen Hund im Einzelfall immer an der Leine zu führen).
Die Politiker gehen von der Annahme aus, dass Du diesen Zustand des generellen Leinenzwangs sowohl für dich selbst, als auch für deinen Hund, schnellstmöglich beenden möchtest.
Das kannst du auch, locken sie! Lass dich von einem lizensierten "Experten" überprüfen, wie du dich als "Bürger mit Hund" benimmst.
Die Prüfung lautet: "Könntest du jemand sein, der seinen Hund so behandelt, dass dieser, stellvertretend für dich, andere Menschen angreift, verletzt oder gar tötet?"
Deine Wesensart gilt für den Gesinnungsprüfer als "nicht allgemeingefährlich", wenn dein Hund im Prüfungszeitraum von ca. 1 Stunde auf "Sitz - Platz - Komm u.a.m". reagiert und, ganz wichtig, in bestimmten Situationen nicht bellt!.
Wenn du den unsichtbaren Stempel "ungefährlich für die Allgemeinheit" auf einem Schein erworben hast, wirst du auf den Straßen und Wegen dieser Stadt wieder von der Leine gelassen, darfst du, wie alle anderen Bürger dieser Stadt, wieder leinenlos herumtollen.
Die letzte Gruppe der Politiker, die für eine Gehorsamkeitsprüfung abgestimmt haben und die ich für gefährlich halte, lässt sich folgenderweise beschreiben:
Befehl und Gehorsam, "Sitz - Platz - Komm - Denken", resultiert aus menschlicher Einfältigkeit und empfindet Vielfalt des Lebens als unerträglich. Diese Einfältigkeit kann andere Lebensformen außerhalb dieses "Sitz - Platz - Komm-Denkens" nicht ertragen.
Aber das "Jawoll-mein-Rudelführer-Denken", welches zuletzt im 3. Deutschen Reich zur Hochblüte kam, muss wohl immer wieder erneut bekämpft werden. Einfältigkeit und Lernunfähigkeit sind offensichtlich ein unzertrennbares Pärchen.
Die Politiker haben es allen Bürger einstimmig und laut verkündet:
"Ab 1.1.2007 sind Hamburgs Straßen "Beißattackensicher". Wir haben jeden einzelnen "Bürger mit Hund" auf "ungefährlich für die Allgemeinheit" überprüft.
Meine Meinung ist, das die Zielsetzung ist, mittelfristig den Hundebestand so gering wie möglich zu halten, in dem sie eine artgerechte Haltung in der Stadt unmöglich machen und die Kosten für die Hundehaltung nach oben schrauben (z.B. Hundeführerschein).
